Wissenschaftler im Labor

Forschungsinstitute zum Thema Altern

Das große Ziel ist klar: Kein Mensch auf dieser Erde soll an altersbedingten Krankheiten sterben. Wann dies so weit sein wird, weiß im Moment noch keiner. Dennoch wird es, laut Vorhersagen, nicht mehr allzu lange dauern. Doch wer entwickelt eigentlich die Technologien, die unser Leben verändern werden?

Google/Calico

Das Tochterunternehmen von Google namens „Calico“ wurde im Jahr 2013 in San Francisco gegründet. Das Akronym steht für „California Life Company“. Das Leben von Menschen verlängern, Krankheiten stoppen und dem Tod von der Schippe zu springen ist das erklärte Ziel des Unternehmens. Chef ist der Molekularbiologe Arthur D. Levinson. Nebenbei sitzt er noch im Verwaltungsrat von Apple und gilt als Pionier im Gebiet der Biotechnologie. Neben ihm arbeiten noch um die 150 Forschende aus den Bereichen Molekularbiologie, Genetik, Computerbiologie, Arzneimittelentwicklung und Medizin im Unternehmen. Laut Medienberichten hat Alphabet, das Holding von Google, zusammen mit Geldgebern wie AbbVie bereits 2,5 Milliarden Dollar in die Forschung gesteckt. Wir können also gespannt sein, was Calico noch bringen wird.

König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie

Die noch sehr junge König-Abdulla-Universität wurde erst im Jahr 2009 gegründet. Sie ist ansässig in Thuwal, eine Ortschaft in der Provinz Mekka in Saudi-Arabien. Zurzeit studieren dort 1200 junge Menschen aus über 100 Ländern. Erbaut wurde die Universität von der saudischen Erdölförderungsgesellschaft Saudi Aramco. Geld für Forschung ist an dieser Hochschule keine knappe Ressource. Allein der Namensgeber Abdullah ibn Abd al-Aziz stiftete 10 Milliarden Dollar. Auch hier wird Forschung am Alterungsprozess des Menschen betrieben. Unter der Leitung von Pierre Magistretti, dem Dekan der Fakultät für Biologie und Umweltwissenschaften, versuchen die Forschenden der König-Abdullah-Universität Organe mit Hilfe von kleinen Metaboliten, welche im Körper auf natürliche Weise vorkommen, zu verjüngen.

Buck Institute

Das Buck Institute for Research on Aging, wie es im vollen Namen heißt, ist ein biomedizinisches Forschungsinstitut, welches unabhängig agiert und altersbedingte Krankheiten sowie das Altern an sich untersucht. Es zählt zu den neun Zentren für Altersforschung der Glenn Foundation for Medical Research. Weitere sind beispielsweise Harvard, MIT Princeton oder Stanford. Das Ziel der im Jahr 1965 von Paul F. Glenn gegründeten Stiftung ist die Verlängerung der Lebensspanne, in der ein Mensch gesund lebt. Dabei konzentrieren sich die einzelnen Institute nicht nur auf physische, sondern auch psychische Alterung. Etwa 250 Personen arbeiten am Buck Institute, dessen Budget 37 Millionen US-Dollar beträgt.

Shamir Medical Center

Sauerstofflasche

In Tel Aviv hat das Sagol Center for Hyperbaric Medicine and Research am dortigen Shamir Hospital für viel Aufsehen mit seinen Sauerstoff-Studien erregt. Durch gezielte Sauerstoffgabe bzw. durch das dann plötzliche Absenken des Sauerstoffgehalts im Blut will man den altersbedingten Verfall von Telomeren aufhalten bzw. verkürzte Telomere wieder verlängern. Telomere sind der Bestandteil der Chromosome, der für die Zellteilung und somit die Erneuerung von Zellgewebe verantwortlich sind. Die sogenannte „Hyperbaric Oxygen Therapy“ erweist sich in ersten Anwendungen als erfolgreich. Der Gründer und Leiter des Zentrums, Professor Shai Efrati, gilt somit als eine anerkannte Koryphäe des Reverse Aging.

Forschung in Deutschland

Auch in Deutschland widmet man sich dem Thema „Länger Leben“, allerdings liegt hier der Schwerpunkt nicht so sehr auf der radikalen Verlängerung, sondern eher auf einem gesünderen Lebensabend, der dann vielleicht auch ein paar Jahre zusätzlich bringen kann. Hier tun sich beispielsweise das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Stuttgart oder auch das Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena hervor.

Egal wo auf der Welt, den Menschen mehr Zeit auf Erden zu schenken ist nicht nur ein Traum an dem gebastelt wird, sondern auch ein lukratives Geschäftsfeld, wie die Investitionen, die in entsprechende Institute gesteckt werden, schon ahnen lassen. Von daher dürfen wir damit rechnen, dass in den kommenden Jahren noch viele weitere Universitäten, private Forschungsinstitute und Start-ups in diesem Bereich gegründet werden.

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