Zukunft des Reverse Aging

Wie lange können wir leben?

Der Bioinformatiker Aubrey de Grey sagt, dass die erste Person, die 1000 Jahre alt wird, heute schon unter uns lebt. Die sogenannte „Radical Life Extension“ geht somit weit über die gängigen Vorstellungen von Anti Aging und Reverse Aging hinaus und klingt erstmal unvorstellbar. Dennoch steht de Grey mit dieser Aussage nicht allein da. Auch die Anhänger des Transhumanismus wollen die Grenzen der menschlichen Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern. Die Frage, die sich aber alle stellen: Wie?

Wer möchte schon ewig leben?

Es gibt einige Gruppen, die das Ziel haben, die Lebensspanne des Menschen mit Hilfsmitteln – auf welche später eingegangen wird – zu erweitern. Aber nicht nur das, sie wollen zudem die Person in allen Facetten besser machen, sei es intellektuell, physisch oder psychisch. Ausgangspunkt sind hierbei zunächst kranke Menschen, die wieder ein „normales“ Leben führen wollen. Später sollen diese ausgleichenden Maßnahmen auch dafür eingesetzt werden gesunde Menschen zu optimieren und den Tod immer weiter hinauszuzögern. Forschende, Unternehmen – meist aus dem Silicon Valley – und Transhumanisten wollen das mit allen Mitteln erreichen.

Wie weit ist zu weit?

Denken wir an optimierte Menschen, fallen uns sofort Cyborgs wie Darth Vader aus Star Wars oder Iron Man aus dem Marvel-Universum ein. Betrachtet man unsere Welt genauer, bemerkt man, dass wir jetzt schon optimierte Menschen kennen oder selbst einer sind. Überall im Alltag kommen Hilfsmittel zum Einsatz so beispielsweise Brillen, Beinprothesen oder Koffein. All diese Dinge helfen einem bei einem Tief wieder auf Mittelmaß zu kommen oder bei Mittelmaß höhere Leistung zu erzielen. Das ist die Gegenwart, aber was könnte die Zukunft sein?

Die Technologien, die heute schon tagtäglich im Einsatz sind, wären für Menschen aus der Vergangenheit unvorstellbar gewesen. Genauso wird es uns mit Technologien aus der Zukunft gehen. Mit den heutigen Möglichkeiten lassen sich die ein oder anderen Einschränkungen ausgleichen. Nun könnte man sich fragen: Wann kann man alle Einschränkungen ausgleichen? Denn sobald das möglich ist, würde es keinen Grund mehr für das Sterben von Menschen geben. Somit stirbt nur einer, und zwar der Tod.

Der Begriff „Human Enhancement“ hat sich als Oberbegriff durchgesetzt und beschreibt die verschiedensten technologischen Verbesserungen am menschlichen Körper. Grob kann man diese in drei Kategorien einteilen. Als Erstes zu nennen wären Methoden zum Anpassen der DNA. Dadurch könnte man Krankheiten bereits im Mutterleib feststellen und diese durch Anpassung der Gene entfernen. Die Folge daraus wären Generationen von „perfekten“ Babys.

Die zweite Kategorie ist das Einsetzen von Implantaten in den menschlichen Körper. Einzelne Körperteile könnte somit durch bessere ersetzt werden. Mit gezielten Eingriffen ließen sich zum Beispiel bessere Augen einsetzen, mit deren Hilfe man Teile des elektromagnetischen Spektrums wahrnehmen könnte, welche bisher noch unsichtbar sind. Oder auch spezielle Ohren, die Töne wahrnehmen, welche für den Menschen bisher unhörbar wahren.

In der letzten Kategorie wird es am radikalsten. Nämlich der Upload des Gehirns und die damit verbundene Verwandlung vom Menschen zur Maschine. Dazu muss man das Zerebrum erst einmal als ersetzbaren Rechner sehen. Der anfällige menschliche Körper fällt durch den Austausch weg. Nur die Software bleibt bestehen, welche mit Updates, theoretisch unendlich lange, versorgt werden kann.

Fazit

Die Grundidee, das Leiden der Menschen durch Krankheit und Tod zu beenden, mag nachvollziehbar sein. Die radikale Weiterentwicklung der Technologien wird eine Diskussion über die Ethik dieser Vorhaben nach sich ziehen. Diese wird keinen klaren Gewinner hervorbringen, denn die Dystopie des einen ist die Utopie des anderen. Wie es am Ende auch ausgeht, spannend wird es auf alle Fälle.

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